Alma Rosé wurde 1906 in Wien geboren und wuchs dort in einer Musikerfamilie auf. In den zwanziger Jahren war sie eine angesehene Geigerin und die Leiterin eines von ihr gegründeten Frauenorchesters. Mit dem Anschluss Österreichs an das 3. Reich wendete sich ihr Schicksal und sie flüchtete mit ihrem Vater nach London. Aus Geldnot heraus nahm sie jedoch noch ein Engagement in den Niederlanden an und verpasste die rechtzeitige Rückkehr nach England. Ein Fluchtversuch endete in Frankreich, sie wurde in das KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt. Sie entkam zunächst dem Tod, weil man sie als Musikerin erkannte und ihr die Aufgabe erteilte, das weibliche Lagerorchester zu leiten. Auf diese Weise gelang es ihr, etlichen anderen Frauen das Leben zu retten. Sie selbst starb jedoch 1944 an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung.

 

Die Ausstellung zeigt 18 großformatige Tuschezeichnungen von Michaela Berning-Tournier, die das Leben der Musikerin wiedergeben. 

 

Die Vernissage findet statt am Samstag, den 9. November um 19 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten bis zum 24. November sind Do.-Fr. 14-18 Uhr und Sa.-So. 11-16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

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Am 21. November wird um 19 Uhr im Rahmen der Ausstellung und der Veranstaltungsreihe Würde der Kunstschule der Gemeinnützigen  unter dem Titel

                   „…und die Musik blieb“

eine Inszenierung aus Erzählung, Lyrik und Musik in der Tankstelle präsentiert. Peter Fischer liest Auszüge aus einem autobiographischen Text von Arno Stern über die Zeit der Flucht und Verfolgung in den Jahren 1933-45. Ria Bredemeyer liest Gedichte von Selma Meernbaum-Eisinger, die mit nur 18 Jahren 1942 in einem ukrainischen Arbeitslager starb. Aus den Erinnerungen Arno Sterns ergibt sich die Auswahl der Musikstücke: Bérengère Boulair - Violine, Ninon Gloger - Klavier, und Daniel Sorour - Cello spielen Musik von Ludwig van Beethoven, Victor Antonin Dvořák, Franz Schubert und Victor Ullmann.

Bei der Musik von Drunken Angel verweben sich Americana, Blues, Appalachian Folk, Cajun und Country Soul zu einer faszinierenden musikalischen Melange. Beim aktuellen Programm treffen Eigenkompositionen auf schon bestehende Blues- & Ragtime-Kleinode der 1920/30er Jahre, die im neuen Arrangement noch einmal den speziellen „Drunken Angel“ Touch erhalten. Die Sound-Klammer bildet die Instrumentierung der Songs durch Tilo Strauß‘ countryesquem Slidespiel auf seiner Weissenborn-Gitarre und Frank Högners Gitarrenpicking-Technik sowie dem ausdrucksstarken Gesang der beiden. Ergänzend kommen Harmonium, Banjo, Mandoline und anderes Instrumentarium zum Einsatz.

Beginn 20 Uhr, Eintritt € 10. Nur Abendkasse.

Im Rahmen der Reihe „Würde//Träger“ findet vom 01. Dezember bis zum 19. Januar 2020 eine Ausstellung von großformatigen Arbeiten statt, die aus der Kunstschule der Gemeinnützigen und aus Defacto Art stammen. Gezeigt werden sie im „Kettenlager“ der Kulturwerft Gollan, Einsiedelstraße 6. Die Eröffnung ist am 01.12. um 14 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten sind jeweils Donnerstag 17-20 Uhr, Freitag 16-19 Uhr, Samstag 13-16 Uhr und Sonntag 12-15 Uhr, entsprechend auch über die Weihnachts- und Silvesterfeiertage.  

 

Die Gemeinnützige geht in ihr 230. Jahr und ihre Kunstschule hat seit einem Jahr mit Tim Maertens eine neue Leitung. Aus dieser Verbindung ist eine umfangreiche Veranstaltungsreihe gewachsen. Verschiedene Einrichtungen und Tochtervereine der Gemeinnützigen, deren Teilnehmer*innen und Gäste präsentieren seit dem 2. Oktober ein vielfältiges Programm von Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Vorträgen, Filmen, Kita- und Schulprojekten zum Thema Würde. Von Oktober 2019 bis April 2020 werden in 15 Veranstaltungen, in einer sechsmonatigen Filmreihe im KoKi und in neun Kita- und Schulprojekten unterschiedliche Aspekte von Würde und des menschlichem Zusammenlebens betrachtet und Teilnehmer*innen wie Zuschauer*innen zur persönlichen Reflektion eingeladen.

Weiteres zu der Veranstaltungsreihe und insbesondere die einzelnen Termine erfahren Sie auf der speziellen Internetseite.