23.09. – 03.10.: „NICHTS BESONDERES? “ Fotografien von Thomas Schmitt-Schech und Detlef Radenbach

Es sind keine besonderen Motive, die beide Fotografen zu ihrem Thema gemacht haben. Es sind die alltäglichen Dinge und die gewöhnlichen Ansichten, die sie abbilden. Und jeder gestaltet das Thema auf seine eigene, ganz unterschiedliche Weise aus.

Thomas Schmitt-Schech fotografiert unspektakuläre Stadtansichten, die in der Nacht ihre besondere Atmosphäre entfalten. Im Kunstlicht, in den verschiedenfarbigen Lichtquellen und den starken Beleuchtungskontrasten entsteht eine andere Welt: ungewiss, kulissenhaft, fremd und eigentlich doch bekannt.

Detlef Radenbach hat Dinge, an denen wir täglich vorbeigehen, aufgenommen und sie von ihrer Umgebung isoliert, sodass sie einen besonderen grafischen Reiz entfalten. Seine Bilder sind so gut wie nicht digital bearbeitet. Es sind meist Gegenstände des Alltags, die dann fast zu einem Ready-Made-Kunstwerk nach Marcel Duchamp werden, auch nach dem Prinzip des prominenten amerikanischen Fotografen Duane Michals: "Dinge sind das, was wir aus ihnen machen".

Als klangliche Untermalung für den Abend performen Thomas Reifner und George Harris ihr Programm „Nachhaltigkeit Hörbar Machen“. Mit E-Gitarre, Loopstation, Laptop und E-Piano „re-cyceln“ sie Klänge und stellen verschiedene Kreisläufe musikalisch dar. Naturgeräusche, aber auch Schmutzklänge und Störgeräusche finden als Material in ihrer Musik Verwendung. Dabei werden auch Bezüge zur Fotografie hergestellt - alles gefördert von Kulturfunke 2022.

 

Die Vernissage ist am Freitag,, den 23.09. um 19 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten bis zum 03.10. sind Do./Fr. 16 - 19 Uhr und Sa./So./Feiertag  13 - 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

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01.10.: "Cello and Crime": Lesung von Magda Sorour, mit Musik von Daniel Sorour

Affären haben oft ungewollte Folgen, aber hier wird es tödlich – auf der Ostsee. Ein Fass, das man nicht mehr zum Überlaufen bringen kann bereitet dem Lübecker Meister Sorgen. Eine übergriffige Mutter tummelt sich sorglos im eigenen Swimmingpool. Ein Berliner Dienstmädchen verschlägt es Anfang des 20. Jahrhunderts in ein Herrenhaus nach Bliestorf. Der Herr des Hauses spielt, aber nicht nur mit ihr - nach einer wahren Begebenheit. Man darf gespannt sein auf die Kriminalgeschichten der Autorin Magda Sorour.

Der Cellist Daniel Sorour begleitet die Lesung mit klassischen Highlights und jazzigen Improvisationen. Der Beginn ist um 19:30 Uhr, der Eintritt kostet 7 €.

06. – 09.10.: "VON ANGESICHT…" - Skulpturen von Jana Nitsch

Jana Nitsch fertigt ihre Skulpturen aus Ton und Liebe, in welchen sie ihre verschiedenen Leidenschaften miteinander verbindet. Es fließen Gedichte, die Musik und das Golschmiedehandwerk in ihre Arbeiten ein. Die Figuren werden damit auf seltsame Weise lebendig und jedes Wesen hat einen eigenen Ausdruck.

Beispielsweise die Skulptur Luna Clara trägt eine Spieluhr in ihrem Herzen. Diese zieht man auf, indem man das selbstgefertigte Schmuckstück an ihrem Brustbein aufzieht, das Clair de la lune von Debussy spielt. Zugleich kann sie Räuchern, und ihr Mund leuchtet im Dunkeln. Oder Monsieur Pappilon - der Punker, der sein Lebensmotto in Gedichtform auf seinem Leib trägt.

Es ist eine Kunstfusion, die am besten im direkten Kontakt geschieht, weshalb Jana Nitsch ihr Projekt VON ANGESICHT... taufte. Das andere Angesicht ist der Betrachtende auf der Reise in sein Innen.

Die Vernissage ist am Donnerstag, den 06.10. um 19 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten sind Freitag 16-19 und Samstag/Sonntag 13-18 Uhr.

08.10. POETS - Lyrik-Lesung von Ufuk Ocak und Live-Musik mit Lutopia

Der Lübecker Autor Ufuk Ocak besticht mit ausdrucksvoller und komplexer Lyrik auf den Spuren des persischen Dichters Omar Chayyām. Mit seinem neuesten Projekt POETS bringt er Autor*innen zu einem Leseabend zusammen. Unter anderem werden bekannte Schriftstelller*innen, wie Lütfiye Güzel (Literaturpreis Ruhr 2017), Jonis Hartmann (Elif Verlag), Ayna Steigerwald (fluctoplasma - Hamburgs Festival für Kunst, Diskurs und Diversität) und Nail Doğan (open mike, Hamburg) teilnehmen. Abgerundet wird das ganze durch die Lübecker Poeten Jacob Tomala und Sebastian Stratila (Poets from the Living Room). Die spannende Mischung der Künstler*innen zeigt die Vielfältigkeit der jungen Literaturszene. Tauchen Sie ein, in die bewegenden Welten von ruhigen bis energetischen Sprachkünsten!

Musikalisch untermalt wird der Abend von dem bekannten Lübecker Duo Lutopia Orchestra. Der Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

14.-23.10. Skulpturen 2022

Es ist eine schöne Tradition, dass alle 2 Jahre die Kunsttankstelle eine breit angelegte Skulpturenausstellung zeigt. Auch in diesem Jahr lädt der schöne Kunstort wieder zu solch einer Ausstellung ein. Künstler*innen aus dem Verein Defacto Art, aber auch solche aus Lübeck und dem Umkreis zeigen in vielfältiger Weise ihre Werke. Von Schnitzwerken über Keramik und Ton, Papier oder ähnlichen Materialien bis hin zu geschweißten Figuren aus Stahl und anderen Arbeiten aus Metall gibt es eine große Bandbreite. Sie zeigt, wie vielfältig dreidimensional gedacht und geschickt ins Werk umgesetzt werden kann.

Die Vernissage ist am 14.10. um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

29. Oktober: "Das kalte Herz", Papiertheater mit Live-Musik:

Der junge Köhler Peter Munk ist arm und wird von allen nur „Kohlenpeter“ genannt. Als er eines Tages Gefallen an Lisbeth gefunden hat, möchte er sein altes Leben aufgeben und macht sich als Sonntagskind zum Glasmännlein auf. Scheinbar wendet sich alles zum Guten, doch dann gelangt er in das Reich des Holländer-Michel, bei dem er sein Herz gegen einen kalten Stein eintauscht Er wird zwar reich und mächtig, aber zugleich hartherzig, einsam und unglücklich. Zum Schluss besinnt er sich auf eine List und hofft, damit doch noch alles zum Guten zu wenden.

Eine feine Papiertheater-Inszenierung nach Wilhelm Hauffs berühmtem Märchen! Als Theaterstück bearbeitet, gezeichnet und aufgeführt von Annette Töpel. Mit Zwischenmusiken für Viola d’amore und Cembalo, gespielt von Annette und Michael Töpel.  Der Beginn ist um 19:30 Uhr, der Eintritt kostet 10 €.

Laufend, bis zum 17.11., Peter Fischer, im 'Artefactum': Spieglein, Spieglein

Der Spiegel am Lichtmast gegenüber schafft es mühelos: Er wirft aus dem All die geballte Sonne, umgelenkt durch seinen Anstellwinkel in das skurrile Spiegelkabinett im Artefactum, dem gläsernen Schaufenster der Kunsttankstelle auf der Holstentorseite.

Insbesondere in den frühen Nachmittagsstunden wird die Sonne von einem am Lichtmast aufgehängten Spiegel eingefangen und wandert dann durch den gesamten Raum. Hier treiben weitere Spiegel ihr Wechselspiel mit spannenden Reflektionen. Tipizelt im Spiegelbruch, gerahmte Kücknitzer Eisengussreste, die einen Spiegel gesprengt zu haben scheinen, der über eine Telegrafenisolationsglocke eine Verbindung zur Außenwelt sucht.

Versprengte Karosserieteile korrespondieren spiegelverfremdet miteinander. Eine Fußprothese tritt bewusst die spiegelnde Welt der Normalität und der vergänglichen Prothetik in Scherben. Im Hintergrund begrenzen, leicht beschwingt, traditionelle Spiegelveteranen das Szenario mit wehenden Ablegern.

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