Die Kunsttankstelle Defacto Art

Seit Jahren stand die 1936 südlich des Holstentors gebaute und 1951 erweiterte Tankstelle leer und verfiel. Eine weitere Nutzung war schwer vorstellbar; die Alternative schien nur ein Abriss des erhaltenswerten Ensembles zu sein. 2015 entschied aber die Lübecker Bürgerschaft, dem Kunstverein Defacto Art zu ermöglichen, in Zusammenarbeit mit der Stadt das Gelände bzw. die Gebäude als einen Atelier- und Galeriestandort zu entwickeln.

 

Diese Chance hat der Verein engagiert genutzt und konnte schliesslich 2020 die Gebäude kaufen und das Grundstück in Erbpacht übernehmen. Die Pläne gehen in Richtung von 12-14 Künstlerateliers und einer Ausstellungs- und Veranstaltungshalle mit einem Innenhof und einer Freifläche z. B. für einen „Skulpturengarten“.

 

Der Gewinn für die Stadt ist

  • ein für Lübeck einzigartiges Kunstzentrum,
  • ein neuer Baustein in einem Kunst- und Kulturgürtel, von der Musikhochschule bis zur der Kulturwerft Gollan.
  • die Verschönerung des Geländes an diesem städtebaulich wesentlichen Ort,
  • die Erhaltung eines schönen Stücks von Industriearchitektur,
  • ein von der Stadt geplanter neuer öffentlicher Weg entlang der Obertrave,

 

Die Garagen, die anfangs in einem sehr traurigen Zustand waren, werden derzeit in unterschiedlicher Weise renoviert und einer Nutzung als Ateliers zugeführt, was es auch nicht-lübschen Künstlern erlauben soll, dort temporär einen Raum zu mieten. Schon seit 2015 nutzte der Verein das Gelände und besonders die ehemalige Werkstatthalle für künstlerische Zwecke wie Ausstellungen, Events und Konzerte.

 

Finanzielle Mittel flossen zunächst spärlich. Dies änderte sich erst, als der Verein im Januar 2020 Eigentümer der Immobilie wurde.

 

Zum Erwerb der notwendigen Gelder haben wir auch einen Förderverein gegründet. Wir freuen uns über jede Unterstützung, sei es durch eine Mitgliedschaft, durch das Beisteuern von kreativen Ideen oder eine Geld- oder Sachspende. Alles kann helfen, die Tankstelle zu einem Ort zu machen, welcher etablierten und auch Nachwuchskünstlern einen Platz bietet, der zu einem attraktiven Treffpunkt für Kunstinteressierte – auch überregional und aus dem Ostseeraum – wird und daneben ein einmaliges „Entrée“ in die Stadt darstellt.

Für unser Vorhaben erhalten wir viel Zuspruch, auch von prominenten Besuchern. 2017 ließ sich ein besonderer Gast das Projekt erläutern, und Otto schrieb dann auch etwas in unser Gästebuch. 2019 haben wir einen weiteren prominenten Sympathisanten gewonnen: ganz unten ist eins von vier Bildern, die uns Jonathan Meese gespendet hat.